WissenschaftsparkWillkommen beim Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen

Das Institut für Stadtgeschichte (ISG) ist die zentrale Einrichtung der Stadt Gelsenkirchen zur Erforschung und Präsentation der Stadtgeschichte. Es besteht seit dem 1. September 1989. Ihm obliegt die wissenschaftliche Erforschung, Aufbereitung und Präsentation von Stadtgeschichte, insbesondere am Beispiel der Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen. Zum ISG zählen die Bereiche Stadtarchiv, historische Forschung und Beratung sowie die Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“.

Aktuelles

 

Altes über Gelsenkirchen-Bismarck im Institut für Stadtgeschichte neu entdecken - Neues Findbuch zum Amt Bismarck während der Kaiserzeit


Der Bestand von Archivalien zum Amt Braubauerschaft bzw. Bismarck umfasst 130 Akten aus dem Zeitraum 1870 bis 1904. Die Akten geben einen umfassenden Einblick in das städtische Leben der wilhelminischen Epoche. Dokumentiert sind vor allem Verfassungsfragen, wie die Durchführung verschiedener Wahlen, das Verkehrswesen sowie der Bau von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Auch wichtige Informationen für die gesamte Stadtgeschichte Gelsenkirchens finden sich in den Unterlagen, wie etwa die Unterlagen zur Vereinigung mit der Stadt 1903. Zudem ermöglichen Akten zu Vereinen sowie zur Planung patriotischer Feierlichkeiten ein Eintauchen in das damalige Alltagsleben.-

 

Anlage: Findbuch des Amtes Bismarck

 

 

Das Institut für Stadtgeschichte erstellt Findbücher neu


Die Archivarinnen des Instituts für Stadtgeschichte haben damit begonnen, die Aktenbestände der früheren Gemeinden auf dem heutigen Stadtgebiet Gelsenkirchens inhaltlich neu zu erfassen. Neben dem Findbuch zum früheren Amt Bismarck, welches vor Kurzem erschienen ist, hat nun Annett Schreiber ein ebensolches für Ückendorf fertig gestellt. Das Findbuch stellt die Akten mit genauer Angabe des Inhalts und der Laufzeit in einer sinnvollen Reihenfolge dar. Es handelt sich hierbei um 79 fast ausschließlich handschriftliche Archivalien aus der Zeit zwischen 1876 und 1903, in welcher das Amt Ückendorf Bestand hatte. Durch den enormen Bevölkerungszuwachs ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Gemeinde Ückendorf am 1. Juli 1876 aus dem Amt Wattenscheid ausgeschieden. Mit Beginn der Kohleförderung auf den Zechen Holland, Rheinelbe und Alma hatte sich die Einwohnerzahl rasant vermehrt und der daraus resultierende Verwaltungsaufwand stieg. Das Einzelgemeindeamt Ückendorf wurde 1903 im Rahmen kommunaler Neuordnungen in die Stadt Gelsenkirchen eingemeindet.


Da der Bevölkerungszuwachs gerade auch den Bau oder Umbau sowie die Erweiterung der Schulen erforderte, sind solche Baumaßnahmen in den Akten dokumentiert. Es handelt sich um die Almaschule, die Parkschule, die Alte Schule, die Rhein-Elbe-Schule und die sogenannte Hollandschule. Außerdem sind zahlreiche Polizeiverordnungen überliefert, die das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen regeln sollten. Amüsant zu lesen, aber durchaus vergleichbar mit den heutigen moralischen Ansichten, sind Anzeigen von Bürgern über Geruchsbelästigungen durch Nachbarn, Gewalt in der Ehe und „ausgebüchste“ junge Erwachsene. Auch die Abhaltung von abendlichen Tanzkursen bedurfte unter Angabe der Teilnehmernamen der Genehmigung der Gemeinde. In den überlieferten Akten lässt sich das Alltagsleben, aber auch die Arbeit der Ückendorfer Amtsbehörde sehr gut nachvollziehen.


Da die Nutzer der städtischen Archivalien bisher auf eine Aktenverzeichnung aus dem Jahr 1941 zurückgreifen mussten, stellt das neue Findbuch eine enorme Verbesserung des Zugangs zu den Akten dar. Das Findbuch steht im Internet allen interessierten Nutzern als durchsuchbare PDF-Datei und im Lesesaal als Druckversion zur Verfügung.
 

Anlage: Findbuch des Amtes Ückendorf

 

Dr. Wilhelm Hammerschmidt, Landrat des Landkreises Gelsenkirchen

Carl von Wedelstaedt, Amtmann des Amtes Ückendorf

Karl Delbeck - Ein Widerstandskämpfer aus Gelsenkirchen

Vortrag von Heidi Delbeck, München, Beginn 19 Uhr

Ort: Dokumentationsstätte "Gelsenkirchenkirchen im Nationalsozialismus",

Cranger Straße 323, 45891 Gelsenkirchen

 

Heidi  Delbeck berichtet über das Schicksal ihres Vaters Karl Delbeck, ein Widerstandskämpfer und Angehöriger der Zielasko-Gruppe. Karl Delbeck wurde im Juli 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und sollte in München-Stadelheim hingerichtet werden. Karl Delbeck war einer der wenigen Überlebenden der Gelsenkirchener Genossen, er wurde auf einem Todesmarsch befreit. Heidi Delbeck macht es sich heute zur Aufgabe, ein öffentliches Bewusstsein dafür zu schaffen, Stadelheim als eine der zentralen Hinrichtungsstätten des NS-Regimes zu begreifen, und auf die überfällige Notwendigkeit einer angemessenen Fortführung und der Öffnung des Archivs der Justizvollzugsanstalt aufmerksam zu machen.   

Institut für Stadtgeschichte