Bestände des Stadtarchivs
Die Bestände des Stadtarchivs lassen sich in zwei große Gruppen unterteilen. Dem Schriftgut und anderen Materialien aus der städtischen Verwaltung steht das Sammlungsgut gegenüber, das aus verschiedenen Quellen erworben wurde. Zu der ersten Gruppe gehören Urkunden, Amtsbücher, Akten, Karten und Pläne, zum Sammlungsgut zählen unter anderem Nachlässe, Bücher, Zeitungen, Plakate und Bekanntmachungen. Inhaltlich erschlossen werden die Archivalien durch Findmittel. Detaillierte Angaben zur Gliederung der Bestände des Stadtarchivs Gelsenkirchen finden sich in der nachfolgenden Tektonikdatei.
Quellen des Stadtarchivs
Verleihung der Stadtrechte 1875
Das Archiv einer jungen Industriestadt wie Gelsenkirchen enthält keine schmuckvollen Urkunden aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit. Die Verleihung der Stadtrechte an das damalige Gelsenkirchen ist als Schreiben in der Akte Ge IV/21/8 überliefert. Es handelt sich um eine beglaubigte Abschrift des Allerhöchsten Erlasses vom 29. November 1875, die vom Landrat des Kreises Bochum gefertigt wurde. In Form einer beglaubigten Abschrift ist übrigens auch die Verleihung der Stadtrechte an die Gemeinde Buer mit Erlass vom 27. Februar 1911 belegt.
Protokollbuch Amts-Versammlung Buer 1888 - 1909
Zentrale Quelle für die Stadtgeschichte sind die Protokolle der politischen Gremien der jeweiligen Gemeinden. Dazu gehören die Amts- und Stadtverordnetenversammlungen ebenso wie später der Rat der Stadt und seine Ausschüsse. Die Niederschriften der Sitzungen belegen die Entscheidungen dieser Gremien in rechtlich und historisch gültiger Form.
Jüdische Schule 1936
Die Akten machen den weitaus größten Teil der historischen Bestände aus. Sie zeigen nicht zuletzt, wie allgemeine Geschichte auf der lokalen Ebene umgesetzt wird. So belegt die Akte „Jüdischer Religionsunterricht“ (Ge/0 4252), welche Auswirkungen der antisemitische Terror des Nationalsozialismus auf den Alltag an den Schulen hatte. In dem abgebildeten Schreiben geht es um die Fahrtkosten, die mit der Umschulung der jüdischen Kinder, die die allgemeinen Schulen nicht mehr besuchen dürfen, in eine eigens eingerichtete Schule entstehen.
Karte von Ückendorf 1890
Neben dem Schriftgut vermitteln Karten und Pläne ein räumliches Bild von der Entwicklung der Stadt. Präzise Informationen bieten dabei vor allem die in großen Maßstäben gefertigten Stadtgrundkarten und Katasterkarten. Die heimatkundlich gestaltete Flurkarte der Gemeinde Ückendorf im Jahre 1890 veranschaulicht, welch großen Anteil insbesondere die Höfe mit ihren Ackerflächen gegenüber Industriebetrieben wie der Zeche Rheinelbe und dem Gussstahlwerk Munscheid hatten.
Festschrift Zeche Consolidation 1913
Einen großen Teil der gedruckten Werke in der Archivbibliothek macht die so genannte graue Literatur aus. Dabei handelt es sich neben den amtlichen Druckschriften um Geschäftsberichte, Festschriften oder auch Chroniken von Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen und Wirtschaftsbetrieben. Die Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Zeche Consolidation wurde von dem Bergassessor Otto van Rossum verfasst und enthält detaillierte Informationen in Schrift, Bildern und Karten aus der Anfangszeit dieser für die Stadt bedeutsamen Zeche.
Bekanntmachung 9. November 1918
Aus dem Bestand Plakate, Bekanntmachungen, Flugblätter werden einzelne Stücke häufig zur Illustration von Veröffentlichungen oder im Rahmen von Ausstellungen benutzt. Dabei enthalten sie natürlich auch wichtige historische Informationen, wie die nebenstehende Bekanntmachung vom 9. November 1918 zeigt.
Gelsenkirchener Zeitung vom 1. Oktober 1939
Das Stadtarchiv besitzt einen umfangreichen Zeitungsbestand, der eine fast lückenlose Überlieferung der lokalen Zeitungen von Beginn des 20. Jahrhunderts an bietet. Allerdings dienen die Zeitungen als Quelle einer historischen Untersuchung nur dann, wenn sich die Fragestellung zeitlich präzise eingrenzen lässt.


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