nach oben

Bestände des Stadtarchivs

ArchivalienDie Bestände des Stadtarchivs lassen sich grob in zwei große Gruppen unterteilen. Dem Schriftgut und anderen Materialien aus der städtischen Verwaltung steht das Sammlungsgut gegenüber, das aus verschiedenen Quellen erworben werden muss. Zu der ersten Gruppe gehören Urkunden, Amtsbücher, Akten, Karten und Pläne, zum Sammlungsgut zählen Nachlässe, Bücher und Druckschriften, Zeitungen, Zeitungsausschnittsammlungen, Fotos und Filme sowie Plakate und Bekanntmachungen. Inhaltlich erschlossen werden die Archivalien durch Findbücher, Inventare, Register und andere so genannte Findmittel.


Nähere Angaben zur Gliederung, zur Laufzeit und zum Umfang der Bestände erhalten Sie im Informationssystem der  Archive in Nordrhein-Westfalen.

 

Einen ersten Eindruck von den Quellen, die im Stadtarchiv verfügbar sind, sollen die folgenden Schrift- und Bilddokumente aus verschiedenen Beständen vermitteln.

Verleihung der Stadtrechte 1875

Bild vergrößernDas Archiv einer jungen Industriestadt wie Gelsenkirchen enthält keine schmuckvollen Urkunden aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit. Die Verleihung der Stadtrechte an das damalige Gelsenkirchen ist als Schreiben in der Akte Ge IV/21/8 überliefert. Es handelt sich um eine beglaubigte Abschrift des Allerhöchsten Erlasses vom 29. November 1875, die vom Landrat des Kreises Bochum gefertigt wurde. In Form einer beglaubigten Abschrift ist übrigens auch die Verleihung der Stadtrechte an die Gemeinde Buer mit Erlass vom 27. Februar 1911 belegt.

 

 

Tosse-Chronik 1842

Bild vergrößernBeispiele für Amtsbücher aus der Zeit vor der Industrialisierung sind die beiden Bände der Tosse-Chronik, benannt nach ihrem Verfasser Wilhelm Tosse, Bürgermeister von Buer von 1820 bis 1855. Während der erste Band die Jahre 1803 bis 1829 umfasst, greift der zweite Band von 1842, dessen erste Seite mit der amtlichen Beschreibung des Kirchspiels Buer hier abgebildet ist,  ausführlich auch die Zeit vor 1803 auf.

 

 

Protokollbuch Amts-Versammlung Buer 1888 - 1909

Bild vergrößernZentrale Quelle für die Stadtgeschichte sind die Protokolle der politischen Gremien der jeweiligen Gemeinden. Dazu gehören die Amts- und Stadtverordnetenversammlungen ebenso wie später der Rat der Stadt und seine Ausschüsse. Die Niederschriften der Sitzungen belegen die Entscheidungen dieser Gremien in rechtlich und historisch gültiger Form.

 

 

 

Jüdische Schule 1936

Bild vergrößernDie Akten machen den weitaus größten Teil der historischen Bestände aus. Sie zeigen nicht zuletzt, wie allgemeine Geschichte auf der lokalen Ebene umgesetzt wird. So belegt die Akte „Jüdischer Religionsunterricht“ (Ge/0 4252), welche Auswirkungen der antisemitische Terror des Nationalsozialismus auf den Alltag an den Schulen hatte. In dem abgebildeten Schreiben geht es um die Fahrtkosten, die mit der Umschulung der jüdischen Kinder, die die allgemeinen Schulen nicht mehr besuchen dürfen,  in eine eigens eingerichtete Schule entstehen.

 

 

Protokollbuch Schlesier-Verein 1909

Bild vergrößernNachlässe von natürlichen und juristischen Personen dokumentieren wichtige Entwicklungslinien der Stadtgeschichte. So steht der Bestand  Na 2, der das abgebildete Protokollbuch des Vereins Schlesischer Landsleute Buer-Resse-Erle enthält, für einen Zusammenschluss von Menschen, die im Verlauf der Zuwanderung zur Zeit der Hochindustrialisierung nach Gelsenkirchen kamen.

 

Karte von Ückendorf 1890

Bild vergrößernNeben dem Schriftgut vermitteln Karten und Pläne ein räumliches Bild von der Entwicklung der Stadt. Präzise Informationen bieten dabei vor allem die in großen Maßstäben gefertigten Stadtgrundkarten und Katasterkarten. Die heimatkundlich gestaltete Flurkarte der Gemeinde Ückendorf im Jahre 1890 veranschaulicht, welch großen Anteil insbesondere die Höfe mit ihren Ackerflächen gegenüber Industriebetrieben wie der Zeche Rheinelbe und dem Gussstahlwerk Munscheid hatten.

 

 

Festschrift Zeche Consolidation 1913

Bild vergrößernEinen großen Teil der gedruckten Werke in der Archivbibliothek macht die so genannte graue Literatur aus. Dabei handelt es sich neben den amtlichen Druckschriften um Geschäftsberichte, Festschriften oder auch Chroniken von Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen und Wirtschaftsbetrieben. Die Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Zeche Consolidation wurde von dem Bergassessor Otto van Rossum verfasst und enthält detaillierte Informationen in Schrift, Bildern und Karten aus der Anfangszeit dieser für die Stadt bedeutsamen Zeche.

 

Bekanntmachung 9. November 1918

Bild vergrößernAus dem Bestand Plakate, Bekanntmachungen, Flugblätter werden einzelne Stücke häufig zur Illustration von Veröffentlichungen oder im Rahmen von Ausstellungen benutzt. Dabei enthalten sie natürlich auch wichtige historische Informationen, wie die nebenstehende Bekanntmachung vom 9. November 1918 zeigt.

 

Gelsenkirchener Zeitung vom 1. Oktober 1939

Bild vergrößernDas Stadtarchiv besitzt einen umfangreichen Zeitungsbestand, der eine fast lückenlose Überlieferung der lokalen Zeitungen von Beginn des 20. Jahrhunderts an bietet. Allerdings dienen die Zeitungen als Quelle einer historischen Untersuchung nur dann, wenn sich die Fragestellung zeitlich präzise eingrenzen lässt.

 

 

Ehemalige Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen 2003

Bild vergrößern

Demgegenüber ermöglichen die Zeitungsausschnittsammlungen, die sachsystematisch geordnet und durch ein Register erschlossen sind, die inhaltliche Recherche nach Personen, Unternehmen, Vereinen und anderen Themenfeldern der Stadtgeschichte über einen längeren Zeitraum. Die Dokumentation der Stadtentwicklung durch die inhaltliche Auswertung der Zeitungen wurde schon in den 1920er-Jahren begonnen, die 1994 gestartete neue Zeitungsausschnittsammlung erfasst natürlich auch Ereignisse der jüngeren Vergangenheit wie den Besuch von ehemaligen Zwangsarbeitern in Gelsenkirchen.

 

 

Ansicht Gussstahlwerk

Bild vergrößernBesonders anschaulich wird die Stadtgeschichte in der umfangreichen Fotosammlung dokumentiert. So zeigt die Postkarte des Gussstahlwerkes von 1909 sehr deutlich den Kontrast zur heutigen Nutzung des Geländes als Standort des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen. Das Register zur Fotosammlung finden Sie hier.

 

 

Kontakt


Annett Fercho

Andreas Koch

Institut für Stadtgeschichte
 Bestände
 Benutzung
 Archiv und Schule
 Findmittel
Sie sind hier:  Stadtarchiv