Projekte
Die Enteignung jüdischen Vermögens im "Dritten Reich"
Auf Beschluss des Rates der Stadt Gelsenkirchen erforscht das ISG die so genannten Arisierungen, also den Raub jüdischen Vermögens im "Dritten Reich". Dies geschieht in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Dieter Ziegler). Nachdem seitens des ISG die Quellenlage zu allen Arisierungsfällen in Gelsenkirchen in den wichtigsten Archiven überprüft worden ist, konnten zwei fortgeschrittene Bochumer Studenten gewonnen werden, exemplarisch einige gut überlieferte Fälle im Rahmen ihrer Magisterarbeiten zu untersuchen. Die Ergebnisse fließen ein in einen Sammelband, der weitere Forschungen von Mitarbeitern des ISG zu diesem Thema sowie allgemeine Darstellungen zur Enteignung jüdischen Vermögens während der NS-Zeit ebenso wie zur Wiedergutmachung und Vermögensrestitution nach 1945 enthalten wird.
Widerstand in Gelsenkirchen
Nach Abschluss anderer Projekte wird das ISG nun die bisherigen Forschungen zu Widerstand und Verfolgung im "Dritten Reich", die bereits zu zahlreichen Aspekten, Entwicklungen und Ereignissen öffentlich zugängliche Ergebnisse hervorgebracht haben, mit einer Überblicks-Monographie abschließen. Aufgrund der guten Quellenlage dürfte es exemplarisch für Gelsenkirchen möglich sein, relativ vollständig zu erfassen, welche Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener den Nationalsozialisten aus welchen Motiven und in welchen Formen entgegentraten.
Biographie des NSDAP-Gauleiters Alfred Meyer
Alfred Meyer war von 1931 bis 1945 Leiter des NSDAP-Gaus Westfalen-Nord. Nach 1933 häufte er, wie viele führende Nationalsozialisten, eine Vielzahl von Partei- und Staatsämtern an. So war Meyer Reichsstatthalter von Lippe und Schaumburg-Lippe, Oberpräsident der Provinz Westfalen und, ab 1941, ständiger Vertreter Alfred Rosenbergs in dessen Funktion als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete. Als solcher nahm er an der berüchtigten "Wannsee-Konferenz" teil. Am Beispiel Meyers, der seit Mitte der 1920er-Jahre in Gelsenkirchen lebte und hier seine ersten rechtsradikalen Aktivitäten entfaltete, soll das Wirken von NS-Protagonisten der zweiten und dritten Reihe dargestellt werden.

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